Ohne ein warmes Zuhause und jegliche Liebe mußte ich mich am Leben erhalten. Ja, ein Zuhause hatte ich einmal, aber dann flog ich – wie mehrere meiner Artgenossen – einfach vor die Tür. Da stand ich nun.
Keiner wollte mich. Ich bettelte von Tür zu Tür um etwas Futter. Aber oft bekam ich nur einen Tritt, denn …. schön war ich nun wirklich nicht mehr. Ich war krank und sah schrecklich verlaust aus. Abgemagert, verwahrlost, kurz gesagt, in einem schrecklichen Zustand, griff mich eine Dame auf, die mich dann zum Tierarzt brachte. Um mich behandeln zu können, legte er mich in Narkose. Ohne sie hätte ich sehr große Angst gehabt, denn ich wußte ja nicht, was der Mann im weißen Kittel mit mir vorhatte. Schlechte Erfahrungen hatte ich genug gesammelt.
Als ich wieder aufwachte, schien ich zu träumen …… Ich lag auf einem sauberen Laken in einem warmen Kasten, in einer warmen Stube, und jemand kraulte und streichelte mich. Wer war das? Die nette Frau von eben, die mich mit freundlichen Worten tröstete!
So etwas hatte ich schon lange nicht mehr gehört. Ich schloß meine Augen und lauschte ihren Worten. Dann schlief ich ein …..
Nach Stunden, als ich erwachte, standen da Futter, Wasser und eine eigene Toilette. Ich dachte, ich bin im Himmel!
Nach ein paar Tagen kamen noch mehrere solcher armen Geschöpfe, wie ich es einst war, zu mir in “mein Zimmer“. Ich freundete mich mit ihnen an und spielte “Vater“ für die Kleinen.
Dieses gefiel natürlich meinem neuen Frauchen. Sie ist nämlich Katzenliebhaberin und nimmt herrenlose Katzen auf, bis sie in gute Hände vermittelt werden können.
Vermittelt ??? – Nein, ohne mich! Da kommt meine Angst zurück. Ich – wieder weg? Vielleicht sitze ich dann wieder vor der Tür!
So weit geht meine Menschenliebe auch wieder nicht …. Ich habe es mir in den Kopf gesetzt, hier zu bleiben.




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September 5th, 2006 at 21:28
Nett