Warum sind Katzen Nestchen

NetchenAlle Katzen der Welt streben auf die Lagerstätten ihrer Menschen! Millionen von Katzenbesitzern haben versucht, ‚ihre’ Betten für sich zu behalten – manche aus Platzgründen, manche aus verständlichen hygienischen Motiven. Sie verschließen Fenster und Türen sorgfältig, nur um irgendwann zu bemerken, dass die Katze sie wieder ausgetrickst hat. Sie erwischen die Katze nie in flagranti, aber sie finden das “Nestchen”, wo sie gelegen hat, ein paar Erdkrümel, ein paar Haare, denn man hat sich schließlich geputzt, bevor man einschlief. Es gibt Menschen, auch solche, die Katzen ganz gerne mögen, die peinlichst darauf achten, dass die Katze möglichst nicht ins Haus kommt und schon gar nicht ins Schlafzimmer, nur um irgendwann festzustellen, dass sie mitten im Bett gejungt hat.

Nun ja, jeder Katzenbesitzer kennt das und viele geben einfach auf, wie ich, und freuen sich, wenn ihnen ihr liebes Tierchen noch einen Rest vom Bett übrig läßt.

Jede Katze zieht es ins Bett und warum das so ist, erzählt eine alte Geschichte: Wie es die Mythen berichten, und es auch jedermann bekannt ist, erschuf Gott die Welt und alles, was auf ihr wächst kreucht und fleucht. Die Luft, das Wasser, das Land, die Pflanzen und die Tiere.

Als Gott alle Tiere erschaffen hatte, und sie sich so betrachtete, und sah, wie schön und friedlich sie waren, da wollte er diesen Tag beenden und sich ausruhen. Er hatte aber gerade noch ein bißchen Fell, wunderschöne Augen, Pfötchen und Krallen übrig, und er überlegte, dass er daraus gut noch ein weiteres Tierpaar formen könnte. Sein Blick blieb an den Tigern hängen, und er dachte sich, dass die sich in klein sicher auch ganz nett ausnähmen. So schuf ER am Abend des 5. Tages noch schnell die Katze.

Da saß es nun, das Katzenpaar, und sah sich um. Zunächst waren beide glücklich, im Paradies zu sein. Da Gott aber schon allen anderen Tieren einen Platz zugeteilt hatte, fand das Katzenpaar keine Ruhestatt: In den Erdhöhlen saßen schon Fuchs, Dachs, Maus und Erdmännchen. Auf den Bäumen saßen die Vögel und in den Baumhöhlen auch. In den Steppen waren die großen Katzen, und im Wald war ebenso alles belegt. So wußten sie nicht, wo ihr Schlafplatz in diesem Paradies war und sie gingen ganz schnell zu Gott, bevor dieser sich zur Ruhe legte, und baten um eine Lösung.

Da sagte Gott zu ihnen: “Klagt nicht, ich habe morgen noch einen Schöpfungstag und habe da auch etwas Besonderes vor. Bleibt hier, denn an dieser Stelle werde ich ein neues Wesen erschaffen, dann wird sich euer Problem lösen – aber jetzt muß ich ruhen.”
Die Katzen waren auch weiterhin ratlos, doch sie hatten Gottvertrauen. Wenn ER ihnen ein Plätzchen versprochen hatte, würde es auch morgen eines geben. So blieben sie unter einem Apfelbaum sitzen und verbrachten dort die laue Paradiesnacht .

Da – die Sonne war gerade aufgegangen – sahen die einen beachtlichen Berg Lehm in der Nähe liege, der gestern noch nicht da war. Es lag eine geheimnisvolle Spannung in der Luft, und plötzlich gewann dieser Lehmhaufen Gestalt. Es war eine Gestalt, die so ganz anders aussah als alle anderen Tiere. Stumm und reglos lag sie im Gras.

Da umwehte sie ein sanfter Hauch, fuhr in das Wesen, und es stand langsam auf. Die Katzen fanden, dass Adam, wie Gott das Wesen nannte, etwas komisch auf seinen zwei Beinen schwankte. Adam sah sich im Paradies um, bemerkte sehr schnell, dass allem anderen Arten zu zweit waren, und beschwerte sich auch gleich bei seinem Schöpfer, dass er allein war.

Der Herr fand Adams Ungeduld etwas unangemessen, denn selbstverständlich hatte er eine Frau für ihn vorgesehen. Und da ihm Adam etwas zu groß geraten war, verkleinerte ER ihn und machte aus dem anderen Teil eine Frau. Die nannte ER Eva.

Die beiden Katzen hatten das alles atemlos und mit großem Erstaunen beobachtet. Aber, dachten sie, was wird denn das an unserer Situation ändern: Da sind jetzt noch zwei, die uns den Platz streitig machen, hier, unter diesem schönen Apfelbaum. Doch bevor sie nochmals bei Gott nachfragen konnten, hatte der Herr sich bereits erschöpft zurückgezogen und war nicht mehr zu sprechen.

So betrachteten die Katzen nun das Menschenpaar. Die schauten sich an, lachten und tanzten und waren, wie alle, glücklich, im Paradies zu sein. So verging der Tag. Am Abend wollte Adam sich einfach im Gras niederlegen. Aber Eva bestand darauf, ein weiches Lager zu bauen. Sie trugen erst Blätter zusammen, legten weiche Gräser darauf und als oberste Schicht eine Lage Federflaum, denn die Vögel hatten bereits zum ersten Mal gemausert.

Unser Katzenpaar sah auch diesem Treiben zu und bezweifelte immer mehr, ob sie noch zu ihrer Lagerstatt kommen würde, denn das schienen die Menschen doch nur für sich zu machen.

Doch als Eva sich hinlegte, fiel ihr Blick endlich auch auf die kleinen Katzen. Sie hatte an diesem ihren ersten Lebenstag schon viele schöne, grazile Tiere gesehen, keines jedoch fand sie so kuschelig und entzückend wie diese. Und wie sie schauten! Mit schräg gehaltenen Köpfchen sahen sie mit großen runden Augen fragend zu Eva auf. Wobei aber auch durchaus etwas Forderndes im Blick lag, schließlich hatten sie ja von der höchsten Instanz die Zusage, dass sie hier Quartier finden sollten.

Eva streichelte die ein Katze, Adam die andere. Dann spielten sie mit ihnen. Den Menschen gefiel es. Den Katzen auch. Sie wurden also unterhalten und gestreichelt, bis alle vier müde waren. Adam und Eva legten sich zum Schlafen nieder und ließen die beiden Katzen auf ihrem Lager sitzen. Die Katzen kuschelten sich an die Menschen, ließen sie ihre Wärme, ihr weiches Fell angenehm spüren und schnurrten sie in den Schlaf.

Durch diese göttliche Fügung haben also die Katzen ihr Lager gefunden. Manche Menschen wissen das nur nicht. Die Katzen haben das selbstverständlich nie vergessen!

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Wertungen, Sterne: 4,00 out of 5)
Loading ... Loading ...

Sie ist erschienen am Sonntag, Januar 7th, 2007 um 09:25 und findet sich in der Kategorie: Allgemein, Katzengeschichten.
Du kannst den Kommentaren zu dieser Geschichte unter folgendem Feed RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Rückmeldung hinterlassen, oder trackback von deiner eigenen Seite.

Kommentiere die Geschichte

Comment Spam Protection by WP-SpamFree